Thomas Wrede

in Bad Homburg
Museum Sinclair-Haus
Wälder. Von der Romantik in die Zukunft
16.03.11.08.2024

Wälder sind heute für viele Menschen Orte, an denen sie Erholung suchen und Kraft schöpfen können. Ohne die Epoche der Romantik wäre dieses besondere Verhältnis zu Wäldern kaum denkbar. Die Ausstellung in Bad Homburg lädt dazu ein, Verbindungen zwischen romantischen und zeitgenössischen Vorstellungen vom Wald zu erkunden – auch und gerade vor dem Hintergrund aktueller ökologischer Krisen.

Mit der Romantik wird der Wald „wunderbar“. Zuvor als Schreckensort gemieden, ist er für die Künstler:innen jener Zeit ein Sinnbild für die Schönheit und Eigenständigkeit der Natur. In ihren Werken geht es kaum um eine kühle, objektive Betrachtungsweise, sondern vielmehr darum, sich vom Wald emotional berühren zu lassen. Eine große Rolle spielt dabei die Fantasie: Aus ihrer Vorstellung heraus schaffen romantische Künstler:innen wirkmächtige Szenarien der Verbindung zwischen Menschen und Natur. Von heute aus gesehen erscheinen die vor mehr als 200 Jahren entstandenen romantischen Werke wie Vorläufer eines ökologischen Denkens, das sich Zusammenhängen und Wechselwirkungen widmet. Dabei zeigt sich: Ein poetisches Verständnis von der Natur, verbunden mit faktenbasierten naturwissenschaftlichen Erkenntnissen, ist unverzichtbar, um den ökologischen Herausforderungen unserer Zeit zu begegnen.

In der Ausstellung des Museums Sinclair-Haus tritt zeitgenössische Kunst in spannungsreiche Dialoge mit Werken der Romantik. In drei Kapiteln wird gezeigt, wie Künstler:innen die Schönheit, Lebendigkeit und das bisweilen vom Wald ausgehende Unheimliche spürbar machen. Einige der zeitgenössischen Kunstwerke basieren auf Erkenntnissen aus der Forschung und schaffen so eine Brücke zwischen Wissenschaft und Kunst. Unter den gezeigten Werken sind Arbeiten von u.s. Julius von Bismarck, Carl Blechen und Thomas Struth sowie von dem Münsteraner Fotografen Thomas Wrede.

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Thomas Wrede

in Gijon, Spanien
Laboral
Motores del Clima
08.10.202325.05.2024

Die Ausstellung Motores del Clima (Klima-Motoren) erforscht die Poetik, Politik und Technologien der Umwelt vom Boden bis zum Himmel und vom Boden bis zur Atmosphäre. Die Schau im spanischen Gijon zeigt die Herausforderungen des Klimawandels, eine der größten Herausforderungen unserer Zeit, in städtischen und ländlichen Umgebungen und erforscht mögliche Antworten der Bürger in Zusammenarbeit mit spanischen und europäischen Künstlern, Architekten und Forschern.

Wetter und Klima beeinflussen, wie wir leben und wie wir uns die Zukunft unseres Planeten vorstellen. Die Meteorologie ist die offizielle Sprache, um die Dynamik von Druck, Temperatur und Luftfeuchtigkeit zu benennen, aber über die wissenschaftliche Sprache hinaus erleben, imaginieren und erschaffen wir Wetter und Klima ständig. Das Wetter kann als variabel beschrieben werden: Extreme Temperaturen treffen manche Regionen härter als andere und die Atmosphäre wird unerträglich. Das Klima variiert weltweit, und in einigen Gebieten und Bevölkerungsgruppen herrschen über lange Zeiträume hinweg unerträgliche Bedingungen. Wenn wir heute über Wetter und Klima sprechen, müssen wir erkennen, dass die einen extremen Bedingungen ausgesetzt sind und die anderen geschützt, dass die einen erschöpft sind und die anderen von den Wettervorhersagen profitieren.

Die Ausstellung schlägt Kunst als eine Technik des Wissens vor, um Wetter und Klima als komplexe Systeme, als Objekte der Beobachtung und Kontrolle und als Formen der gelebten Erfahrung zu erkunden. Die Kunstwerke beziehen sich auf Naturphänomene und den Klimawandel, auf vergangene und aktuelle Geoengineering-Strategien sowie auf verschiedene Atmosphären, die mit Atmen und Leben zu tun haben. Die Ausstellung thematisiert die Notwendigkeit von Klimagerechtigkeit und lädt uns gleichzeitig dazu ein, die uns umgebende(n) übermenschliche(n) Welt(en) anzunehmen. Teilnehmende Künstler:innen sind neben u.a. Susan Schuppli und Stefania Strouza auch Thomas Wrede.

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LVM-Kulturwelt