Felix Schramm

in Mailand
Ribot Gallery
Fragmenta
22.05.12.07.2024

Die Mailänder Galerie Ribot zeigt mit Fragmenta die erste Gruppenausstellung in der Galerie zu präsentieren. Die Ausstellung bringt die Werke einer ausgewählten Gruppe von Künstler:innen verschiedener Generationen in einen Dialog, deren Forschung sich sowohl um die Idee der Wiedergewinnung und Wiederherstellung in einem konzeptionellen Schlüssel von zeitgenössischen „Fundstücken“ und verlassenen Abfällen dreht, als auch um die Ikonographie von „Detritus“ und „Schutt“, verstanden als Symbol der Unsicherheit, aber auch der Transformation und Metamorphose. Unter diesem Blickwinkel erhält das Thema „Fragment“ einen vorrangigen Stellenwert. Es wird zu einem phänomenologischen Element, das die Werke charakterisiert, und gleichzeitig zu einem ersten Bestandteil, aus dem eine neue und noch nie dagewesene Einheit entstehen kann. Der additive Prozess des Zeichens – wie auch der „Materialien“ – ist die Konstante, die in jedem der ausgestellten Werke zu finden ist, und ist ein funktionelles Werkzeug für die Darstellung eines Bildes, das zwischen Konstruktion und Zerstörung schwankt. Der kompositorische Akt, der durch das Nebeneinanderstellen und Überarbeiten von bereits existierenden Fragmenten oder Trümmern entsteht, verweist auf eine zyklische Idee von Zeit und Erinnerung, auf eine semantische und konzeptionelle Reaktivierung von Materie und Geschichte.

Im Vergleich zur Architektur und Morphologie des Ausstellungsraums, in dem die großen Fenster im Erdgeschoss subtile Schwellen zwischen Innen und Außen darstellen, vermitteln die in diesem ersten Raum ausgestellten Werke die Atmosphäre einer (kreativen, kulturellen, sozialen) „Baustelle“. Wenn man vom Erdgeschoss in das darunter liegende, intimere und von einer fast unterirdischen Atmosphäre geprägte Stockwerk wechselt, werden das Bild, der Prozess, der Rückstand und das Wort kompakter und schichten sich in einem begrenzteren Bereich, der alternative Techniken, Prozesse und Sprachen mit sowohl privatem als auch militantem Aussehen vorschlägt.

Unter den ausgestellten Künstler:innen befindet sich auch der Düsseldorfer Künstler Felix Schramm, in dessen Werk die Kontinuität des Ausstellungsraums in Frage gestellt wird. Seine Arbeiten sind sinnliche Kurzschlüsse, die sich durch die Anhäufung und Überlagerung von Schichten, Elementen und Fragmenten konstituieren. Die große Arbeit Multilayer, die im Erdgeschoss ausgestellt ist, spielt mit einem sorgfältigen Gleichgewicht zwischen Festkörpern und Hohlräumen. Die Arbeit der Serie Dark Site im unteren Stockwerk untersucht und vertieft das Thema der Wiederherstellung und Überarbeitung noch weiter. Dieses Werk mit seiner aschfahlen und schillernden Erscheinung entsteht durch das Sammeln von Staub und Resten, mehr oder weniger offensichtlichen Spuren der eigenen Arbeitsprozesse des Künstlers. Diese persönlichen „Fundstücke“ werden anschließend mit Blattsilber überzogen und in Acrylglaskästen aufbewahrt.

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